Erkältung, Grippe - oder womöglich Covid?

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Noch zu Beginn des Winterhalbjahrs 2019/2020 hätte der gewissenhafte Arbeitnehmer bei den ersten Anzeichen einer aufkommenden Erkältung zunächst keinen Gedanken ans Daheimbleiben verschwendet ... Das hat sich radikal verändert, seit das Schreckgespenst Corona umgeht. Vorsicht ist das oberste Gebot, und in der Öffentlichkeit/im Büro schafft man es, durch schlichtes, einmaliges Niesen, die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zu ziehen. Corona hat uns das Fürchten gelehrt und Unsicherheit erzeugt; das berechtigte Fürchten um unsere eigene Gesundheit und um die, der anderen. 
Freilich hat die Etablierung der (Corona-)Hygiene-Regeln es ganz nebenbei geschafft, auch andere, deutlich harmlosere Virus- und bakterielle Infektion zurückzudrängen. Auch diese Tatsache macht bewusst, dass Gemeinsamkeiten zwischen Erkrankungen, die uns schon seit ewigen Zeiten begleiten, und dem neuen Covid 19-Virus bestehen. Wir versuchen dennoch, einige Unterschiede zu benennen.
Eine Corona-Infektion anhand der Krankheitszeichen zu erkennen, ist auch deshalb schwer, weil diese Symptome sich individuell unterscheiden und weil sie tatsächlich häufig denen einer gewöhnlichen Erkältung ähneln: Fieber (bei 26 Prozent der Betroffenen), Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten (bei 42 Prozent), Atemnot, Schnupfen (31 Prozent) und auch Erbrechen sowie Durchfall können auftreten; eine Verschlimmerung tritt meist langsamer ein, als man es von banalen Erkältungen gewohnt ist; auch bei einer echten Grippe kann man sich von jetzt auf gleich total erschlagen und krank fühlen – im Gegensatz zu einer eher sich schleichend entwickelnden Corona-Infektion. Halsschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Bindehautentzündung, Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen können durch die Corona-Infektion ausgelöst werden. Im Gegensatz zu diesen Merkmalen sind Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns (bei 19 Prozent der Betroffenen) eher coronaspezifisch – bei der Delta-Variante jedoch wurde diese Beeinträchtigung seltener als bei den Vorgänger-Versionen festgestellt. Andererseits: Es gibt auch genügend Beispiele von mit Corona Infizierten, bei denen die Erkrankung in Abwesenheit jeglicher Symptome diagnostiziert worden ist.
Zusammenfassend lässt sich feststellen: Sicher ist, dass die Unterscheidung so nicht sicher möglich ist. Deshalb sollte man, wenn der Verdacht einer Covid-19-Infektion besteht, nicht zögern, seinen Hausarzt oder eine Klinik zunächst telefonisch zu kontaktieren. Spontan in die Praxis zu gehen wird hier nicht empfohlen, dies könnte einer Verbreitung des Virus Vorschub leisten. Letztendlich wird dann ein PCR-Test zuverlässig darüber Auskunft geben, ob eine Corona-Erkrankung vorliegt – auch ein Selbsttest kann im Vorfeld Hinweise geben. 

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